Gas-Wärmepumpen – neu auch für Einfamilienhäuser

08.03.2012

Darstellung des Heizungs- und Warmwassersystems im Haus. Bilder VSG

Heizen – Eine über 30 Jahre alte Elektro-Speicherheizung wurde zusammen mit dem gleichaltrigen Elektro-Boiler durch die erste für Einfamilienhäuser konzipierte Gas-Wärmepumpe der Schweiz ersetzt. Mit dem neuen Heizsystem können nun pro Jahr mehr als 20 000 kWh Strom eingespart werden.

 

Damals, in den 1970er-Jahren, war das architektonisch gelungene Einfamilienhaus in Zofingen auch energetisch ein Vorzeigeobjekt. Die notwendige Wärme lieferte eine im Keller platzierte Elektro- Speicherheizung. Das notwendige Warmwasser  wurde separat mit einem 200 Liter fassenden Elektro- Boiler bereitgestellt. In der damaligen Zeit war diese Art Energieversorgung nicht nur modern, sondern auch wirtschaftlich. Jahrzehnte später sieht die Sache ein wenig anders aus. Elektro-Widerstandsheizungen entsprechen nicht mehr dem aktuellen Standard und sind zudem bei Neuinstallationen grundsätzlich nicht mehr zulässig (EnDK, EN-3, Punkt 3.1).

 

Den Hausbesitzern war ein schonender Energieverbrauch schon immer ein wichtiges Anliegen. So investierten sie 2006 in die energetische Verbesserung des Hauses. Dabei wurde die bestehende Holzkonstruktion der Süd- und Westfassade durch eine verputzte Isolationsplatte ersetzt, die mit einer zusätzlichen Isolationsschicht unterlegt wurde.

 

 

Trotz energetischen Massnahmen mehr Stromverbrauch  

 

Nach über 30-jähriger Betriebszeit haben nun die Elektro-Speicherheizung und der Elektro-Boiler das Ende des Lebenszyklus erreicht. Der stetig steigende Stromverbrauch war zum grössten Teil auf den sinkenden Wirkungsgrad der Elektro-Speicherheizung zurückzuführen. Aus diesem Grund war die Elektro-Heizung auch nicht mehr in der Lage, den für einen Tagesverbrauch ausgelegten Heizspeicher in der Nacht (bei Niedertarif) mit genügend Wärme aufzuladen. So musste auch immer häufiger während des teuren Hochtarifs Wärme produziert werden.

 

Die Besitzer suchten nun ein neues Heizsystem, das nicht nur zuverlässig, sondern auch umweltschonend Wärme und Warmwasser liefern kann. Da der Hausbesitzer sich schon immer für neue Technologien interessierte, kam das Angebot der StWZ Energie AG, die erste Gas-Wärmepumpe der Schweiz in ihrem Haus zu installieren, gerade zur richtigen Zeit. Bevor die neue Heizung nun aber installiert werden konnte, mussten einige Vorarbeiten erledigt werden. Zuerst wurde die Erdgasleitung ins Haus gezogen. Neben dem neuen Abluft-Zuluft-System (LAS) für die Gas-Wärmpumpe und den Solarleitungen mussten auch die Solarkollektoren ins Dach integriert werden. Die beiden neuen Zuleitungen wurden neben dem bereits vorhandenen Dachwasserablauf platziert. Die bisherige Wärmeverteilung, die über eine Bodenheizung sowie mit Radiatoren erfolgte, konnte beibehalten werden. Die Vorlauftemperatur liegt mit 40° C in einem für die Gas- Wärmepumpe optimalen Bereich.

 

 

Kein Mehraufwand bei der Installation

 

Bei der eigentlichen Installation der Gas-Wärmepumpe ist kein nennenswerter Mehraufwand zu berücksichtigen. Einzig beim solaren Rückund Vorlauf mussten zwei zusätzliche Abzweigungen zum Zeolith- Heizgerät angebracht werden. Um möglichst viel Sonnenenergie (Gesamtnutzungsgrad) nutzen zu können, sind neben der Heizlast und der Vorlauftemperatur auch die Position der Sonnenkollektoren und natürlich die Anzahl der Sonnenstunden zu berücksichtigen und einzurechnen.

 

Von: Hubert Palla, Leiter Technische Kommunikation, Verband der Schweizerischen Gasindustrie