Von der Natur inspiriert
Es scheint fast, als wäre der Tisch direkt aus dem Wald angeliefert worden: Fährt man mit der Hand über die von Ästen gezeichneten Muster auf der Tischplatte, spürt man unter den Fingerkuppen die Maserung, die Risse und die von der Motorsäge gefrästen Kanten. Die Massivholztische «Ign. Timber.», Anfang November an der Wohnmesse «neue räume 11» in Zürich zu sehen, entstehen aus zwei Brettern, die aus dem gleichen Stamm gesägt werden und deren Länge bereits beim Forstschnitt im Wald feststeht. Jedes Stück wird so zum Unikat.
«Ign. Design.» aus Sempach fertigt Möbelkollektionen, die von der Natur entworfene Formen im Holz wie Verwachsungen, Astlöcher und Risse zeigen. Vor der Verarbeitung wird das Holz rund fünf Jahre gelagert und nachgetrocknet, was ein späteres Verziehen verhindert. Für die Tischplatte wird nur die Oberfläche plan gehobelt, die Längskanten werden von Hand nachgehobelt und geschliffen. Die an der Stirnseite liegenden, von der Motorsäge gefrästen Kanten werden nicht weiter bearbeitet.
Kühl und Warm kombiniert
Dass Möbel aus Massivholz gefragt sind, führt Markus Ignatius Müller, Inhaber von «Ign. Design.», darauf zurück, dass der zeitgenössische Baustil von «kühlen» Werkstoffen wie Beton, Stahl und Glas dominiert wird. Holz wird im Kontrast dazu als warm, lebendig und sinnlich wahrgenommen. Hinzu kommt, dass sich beim Design einiges getan hat. Moderne Massivholz-Möbel haben abgesehen von der langen Lebensdauer nichts mehr mit der von der Urgrossmutter vererbten Anrichte gemeinsam. Das zeigten an der Zürcher Wohn- und Möbelmesse auch weitere Aussteller, wie beispielsweise Röthlisberger, Tossa oder das junge Designer-Label Wald-Haus, das aus ursprünglich beim Bau von Skateboards eingesetztem, glasfaserverstärktem Holzfurnier Lampen herstellt.
Stoffe und Farben nutzen
Kreativ geht auch das kanadische Unternehmen «mth woodworks» mit dem Werkstoff Holz um. Dessen Tischkollektionen «bloom» und «bloomx» sind eine Kombination aus von der Natur gebildeten Formen und modernem Design umd waren am Stand von «Ign.Design.» erstmals in der Schweiz zu sehen. Die Schweizerin Tanja Hinder, die seit sieben Jahren in Kanada lebt, und ihr Partner Michael Thomas Host erhielten dafür den Titel «Designer oft the Year 2011». Hergestellt werden die Tische aus im Wald gesammelten Zedernstämmen und Birkenästen, die mit einem organischen Kunststoff verschmolzen werden. Für die in Handarbeit gefertigten Couchtische werden die Baumstrünke kopfüber in eine Form gestellt, die mit einem aus Sojabohnen und Erdnüssen hergestellten Kunststoff ausgegossen wird.
Auch mit Stoffen und Farben lässt sich die Natur in die eigenen vier Wände holen. Création Baumann präsentierte an der «neue räume 11» die neue Living-Line-Kollektion «Silent Garden». Mit grossflächigen floralen Dessins im Aquarell-Stil auf halbtransparentem Stoff malt der Vorhang «Giverny» in frischen Farben luftig-leichte und verspielte Gartenmotive ins Wohnzimmerfenster. Wie unzählige Morgentau- oder Regentropfen schweben kleine Rondelle auf dem Tüll «Nobile». Ein Netz aus grossen und kleinen blumigen Ornamenten bildet der Ausbrenner «Dentelle». Die Farben der gesamten Kollektion reichen von strahlenden Grün- und Gelbtönen über harmonische, erdige Farben bis zu elegantem Nachtblau. Ju





