Wieviel Energie braucht Ihr Haus?

06.08.2009

Energieetikette des GEAK mit der Einteilung in die sieben Kategorien A bis G. Die meisten bestehenden Bauten würden vermutlich in die Klassen D bis G fallen. Mit einer energetischen Erneuerung könnten diese Objekte jedoch bis in die Klasse B vorrücken.

Ab August gibt es für Gebäude, was für Haushaltgeräte längst üblich ist: eine Energieetikette. Sie gibt Auskunft über den Gebäudezustand und die Gesamtenergieeffizienz.

In den umliegenden europäischen Staaten ist er längst Pflicht und nun kommt er auf freiwilliger Basis auch in die Schweiz, der Gebäudeenergieausweis. Mit dem Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK) lanciert der HEV Schweiz zusammen mit den Kantonen einen gesamtschweizerisch einheitlichen Energieausweis, basierend auf den schweizerischen und europäischen Normen.

Konzept des GEAK

Nach dem Prinzip «Beschreiben und Zählen» werden die wichtigsten Parameter eines Gebäudes erfasst. Z.B. Anzahl Geschosse, Wohnungsgrössen, Baujahr, ungefährer Fensteranteil etc. Nebst der Gebäudehülle finden auch Angaben zur Heizung und zum Stromverbrauch Eingang in die Berechnung. Diesen einfachen Beschreibungsgrössen sind Standardberechnungswerte hinterlegt. Mittels dieser berechnet das GEAK-Tool den Energiebedarf der Liegenschaft. Der so ermittelte Bedarf wird mit den effektiv benötigten Energiemengen wie Gas, Öl und Strom verglichen. Dies erlaubt dem Energieberater die Standardberechnungswerte zu überprüfen und allenfalls zu korrigieren. Da die Berechnung jedoch im Vordergrund steht, kann der Benutzereinfluss weitgehend ausgeschaltet werden.

Etikette wie beim Kühlschrank

Aufgrund des berechneten Energiebedarfs wird das Gebäude auf der von Elektrogeräten bekannten Energieetikette auf einer Skala von A bis G in eine Klasse eingeteilt. Dabei entspricht die Klasse B einem Neubau nach heutigem Standard. Dies kann dazu führen, dass die meisten bestehenden Bauten in den Klassen D bis G platziert sein werden. Mittels energetischer Erneuerungen und sinnvollen Konzepten, können aber auch bestehende Gebäude durchaus in die Klassen B und C vordringen, was für den langfris¬tigen Werterhalt nur von Vorteil ist.

Die energetische Effizienz des beurteilten Gebäudes wird durch zwei Pfeile dargestellt. Der erste bildet den Zustand der Gebäudehülle ab. Mit dem zweiten wird die Gesamtenergieeffizienz dargestellt. Nebst der Gebäudehülle beinhaltet dieser auch die haustechnischen Anlagen wie die Heizung und den elektrischen Strom. Zudem werden die Energieträger je nach Nachhaltigkeit unterschiedlich bewertet. Ein mit Holz beheiztes Haus wird dadurch unter Umständen besser abschneiden als eines mit einer Ölheizung, auch wenn die Gebäudehülle besser gedämmt ist.

Einstieg mit GEAK-light

Für interessierte Eigentümerinnen und Eigentümer wird es ab 3. August möglich sein, unter www.geak.ch einen vereinfachten Gebäudeenergieausweis, einen GEAK-light, zu erstellen. Dieser ist gratis und zeigt auf zwei Seiten den Zustand des Gebäudes auf. Der GEAK-light dient lediglich zur Einschätzung einer Liegenschaft und hat keine Verbindlichkeit.

Soll diese erlangt werden, muss ein zertifizierter Experte den GEAK ausstellen und unterzeichnen. Dabei ist ein Besuch des Experten vor Ort Voraussetzung für eine realistische Einschätzung des Zustandes. Mit dem GEAK wird auf einer zusätzlichen Seite aufgelistet, welche energetischen Massnahmen für diese Liegenschaft in Betracht gezogen werden könnten.

Beratungsinstrument GEAK-plus

Möchte ein Eigentümer einen detaillierteren Bericht, in dem nebst möglichen Massnahmen auch die Etappierbarkeit aufgezeigt und eine grobe Schätzung der Kosten angegeben werden, steht dem Experten in Kürze das Beratungstool GEAK-plus zur Verfügung. Dieses baut auf dem GEAK auf und erleichtert dem Experten das Erstellen eines Erneuerungskonzeptes. Wird ein GEAK zusammen mit dem Beratungsbericht bestellt, kann die Gebäudeanalyse in einem Schritt genügend genau erstellt werden, was wiederum Kosten für die Eigentümerschaft spart.

Förderung von Beratungsberichten

Zwischen dem 3. August und Dezember 2009 unterstützt das Bundesamt für Energie 15'000 Energieberatungen mit einem GEAK und einem Beratungsbericht (im Wert von je Fr. 1'200.-) mit einem Beitrag von Fr. 1'000.- pro Gebäude. Um von dieser Aktion profitieren zu können, muss sich der Eigentümer an einen akkreditierten Experten wenden (ei¬ne Liste ist ab dem 3. August unter www.geak.ch verfügbar). Dieser beantragt dann den Förderbeitrag beim Bund und führt die Beratung durch. Da die Anzahl Beratungen begrenzt ist, lohnt es sich, frühzeitig einen Experten zu kontaktieren.

 

Infos unter
www.geak.ch

Von: Thomas Ammann, Dipl. Architekt FH HEV Schweiz

GEAK im cashTV

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