Einfamilienhaus kein Auslaufmodell
Während Vereine und Parteien mit Mitgliederschwund kämpfen, ist der HEV im Kanton St.Gallen beliebter denn je. In den letzten drei Jahren konnte dank einer Werbeaktion die Zahl der Mitglieder um rund 4000 auf 24'195 erhöht werden. Dieser Anstieg um 20 Prozent sei umso eindrücklicher, als dass der HEV jährlich rund 4 % der Mitglieder durch Alter und Todesfall verliere, wie Karlpeter Trunz aus Oberuzwil an der Delegiertenversammlung in Wildhaus bemerkte. Damit ist der HEV St.Gallen der viertgrösste Kantonalverband der Schweiz und weist allein im Jahre 2009 mit 2'337 Eintritten und 991 Abgängen den höchsten Nettozuwachs der Schweiz aus.
Zurzeit arbeitet der Verband am Projekt HEV 2012+, das grössere und einheitlichere Sektionen vorsieht, um den Mitgliedern noch professioneller Dienstleistungen anzubieten.
Einfamilienhaus kein Auslaufmodell
Entschieden wehrte sich Karlpeter Trunz gegen düstere Voraussagen um die Zukunft des traditionellen, freistehenden Einfamilienhauses. Der Chefökonom der CS schrieb kürzlich in der Immobilienmarktanalyse von strukturellen Problemen im Einfamilienhaussegment und von untrüglichen Zeichen, dass das Einfamilienhaus fürs private Wohnen nicht mehr das Mass aller Dinge sei. Zwar räumte Trunz ein, dass es in städtischen Agglomerationen immer schwieriger werde, sich ein freistehendes Einfamilienhaus leisten zu können. Dafür wird eine stetige Zunahme von Stockwerkeigentum festgestellt. In ländlichen Regionen und vor allem in der Ostschweiz bleibt das traditionelle Einfamilienhaus aber weiterhin sehr begehrt. Allerdings hat sich in den letzten zwei Jahren der Bau von Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern von 3000 auf 5500 fast verdoppelt.
Unterhaltsabzüge sind wichtig
Gegen den gleichentags vom Bundesrat bekräftigten Gegenvorschlag zur Abschaffung des Eigenmietwertes und des Unterhaltsabzuges sprach sich an der Delegiertenversammlung Karlpeter Trunz deutlich aus. Gerade für ländliche Regionen wie der Kanton St.Gallen mit einem starken Baugewerbe führe die Abzugsmöglichkeit zu wichtigen Investitionen und fördere den Unterhalt der Häuser. Des votierte er für die Zwillingsinitiativen sicheres Wohnen im Alter und Bausparen.
Jahresrechnung und Budget fanden die einhellige Unterstützung der Delegiertenversammlung. Geschäftsleiter Karl Güntzel ermunterte die Sektionen zu zusätzlichen Aktivitäten und Veranstaltungen, welche mit höheren Beiträgen des Kantonalverbandes belohnt werden.
Sympathische Präsentation des Toggenburgs
Thomas Döbeli als Präsident der Sektion Neu- und Obertoggenburg stellte das Toggenburg als Land der Olympiasieger und der Churfirsten auf unterhaltsame Weise vor. Kantonsratspräsidentin Elisabeth Schnider überbrachte die Grussadresse für Regierung und Parlament. Mit Musik der jungen Toggenburger Formation und einem feinen Nachtessen fand die 93. Delegiertenversammlung einen gemütlichen Abschluss.





