Der für viele überraschende Erfolg bei der Abschaffung des Eigenmietwertes ist kein Zufallsergebnis. Dieser Erfolg ist vielmehr zustande gekommen, weil der HEV seit vielen Jahren dieses Ziel mit grosser Beharrlichkeit verfolgt hat. Das freut – erlaubt aber kein Zurücklehnen.
Am 30. November 2025 haben die Stimmbürger des Kantons Zürich erfolgreich eine weitere Treppenstufe zur Sicherung und Garantie des Eigentums genommen. Mit einer auch in anderen Kantonen angedachten Initiative wollten SP und Wohnbaugenossenschaften den Gemeinden die Möglichkeit geben, bei Immobilien und Grundstückverkäufen ein Vorkaufsrecht auszuüben. Mit dieser Möglichkeit hätte eine Gemeinde trotz Einigkeit zwischen zwei Privaten bei einem Verkauf einer Immobilie dazwischentreten und das Eigentum zur Schaffung gemeinnützigen Wohnraumes selbst erwerben können. Mit beinahe 60 Prozent Nein-Stimmen haben die Stimmbürger des Kantons Zürich dieses Ansinnen deutlich abgelehnt. Dieses wichtige Votum ist ein weiterer wichtiger Meilenstein im Jahre 2025 für das Eigentum und sollte auch bereits angedachte linke Wiederholungsbegehren in anderen Kantonen bremsen.
Leider bleibt wenig Zeit, sich über diese beiden wichtigen Schritte für das Eigentum zu freuen. In einem Land, in dem für immer mehr Leute das Verteilen wichtiger ist als das Erwirtschaften und Selbstverantwortung zunehmend mit Selbstbedienung verwechselt wird, müssen wir ein wachsames Auge auf das unablässig ausufernde Ausgabenwachstum von Bund und Kanton haben. Letztlich bezahlen vor allem jene die Rechnung einer steigenden Steuer- und Abgabelast, die ihr nicht ausweichen können. Das trifft besonders häufig uns: die Haus- und Grundeigentümer. Wenn man bedenkt, wie viele Politiker dauernd vom Sparen reden, während in den Parlamenten bestenfalls die Ausgaben leicht gebremst werden, so muss das zu denken geben. Bereits heute liegt die Steuer- und Abgabelast inklusive Sozialbeiträgen in der Schweiz bei rund 40 Prozent der Wirtschaftsleistung. Während das Wirtschaftswachstum stagniert oder sogar zurückgeht, wachsen die Ausgaben von Bund und Kanton ungebremst weiter. Während die Reallöhne nur langsam steigen (zwischen 2010 und 2020 um 8,4 Prozent), hat sich die Steuerlast privater Haushalte um 16 Prozent erhöht. Deshalb ist entscheidend, dass sich der Mittelstand – und insbesondere die Haus- und Grundeigentümer – weiterhin deutlich vernehmen lässt und wirkungsvoll dafür eintritt, dass nicht er die Zeche finanzpolitischer Disziplinlosigkeit bezahlen muss. Mangelnde Ausgabendisziplin darf nicht auf dem Buckel der Eigentümer durch offene oder versteckte Mehreinnahmen kompensiert werden. Auch hier ist entschlossenes Engagement gefordert, um dies erfolgreich zu verhindern.
Erfolg bei der Sicherung des Eigentums ist damit weiterhin eine steile Treppe, keine ebenerdige Türe.
Wir müssen weiterhin entschlossen kämpfen und wachsam bleiben – auch nach dem erfreulichen HEV-Jahr 2025.
Ich wünsche Ihnen allen eine frohe Weihnachtszeit und einen guten Rutsch in ein gesundes, erfülltes und glückliches neues Jahr!

