• Gegen die Moralismus-Pandemie

Gegen die Moralismus-Pandemie

18.08.2020

Die Schweiz und mit ihr die ganze Welt wurde während der COVID 19-Krise auf den Kopf gestellt. Von einem Tag auf den anderen wurde unsere Wirtschaft, wurden unsere täglichen Gewohnheiten und Freiheiten in Frage gestellt. Und nun grassiert zu allem Übel ausserdem ein neuer Moralismus, der Freiheit und Eigentum massiv bedroht.

Hölderin hat den Satz geformt «Wo Gefahr ist, wächst das Rettende». Ja, das Rettende ist wirklich gewachsen, in Form von Staatsbeiträgen ungeahnten Ausmasses, Ausgaben ohne vorläufige Rechnung. Diese Rechnung wird aber gemacht werden müssen. Bis zum Ausbruch der Corona-Krise galt mehrheitlich die Devise, dass nur ein schlanker Staat ein starker Staat ist. Nun hat der Versorgungs- und Regulierungsstaat das Zepter bald definitiv übernommen. Er sichert vermeintlich durch die hohen Hilfspakete und maximale Regelung aller Lebensbereiche den Fortbestand des Wohlstandes. Das Gegenteil wird wohl leider eintreten.

Trotz des Bemühens um eine verstärkte CO2-Reduktion und eine zusätzliche Verbesserung unseres Klimas durch die massiven Investitionen der Hauseigentümer und ihren zusätzlichen Lasten durch Corona müssen wir mitansehen, wie eine knappe Mehrheit im Parlament die Lasten für Vermieter und Mieter durch Erhöhung von Abgaben noch weiter verstärkt. Jene, die neben der Klimaverträglichkeit auch die Frage der Sozial- und Eigentumsverträglichkeit stellen, werden gebrandmarkt und ausgegrenzt. Eine verantwortungsvolle Diskussion um die Frage, wie neben steigenden Kosten zur Bewältigung der Corona-Pandemie und der dadurch verbundenen künftigen Steuerlast auch eine sozial- und eigentumsverträgliche Klimapolitik aussieht, sieht anders aus. Sie muss aber geführt werden.

In alter repressiver Manier wird zudem derzeit verstärkt versucht, politisch Andersdenkende auszugrenzen. Alles, was diesen Meinungslenkern nicht passt, wird sofort als moralisch minderwertig abgestempelt. Das spüren etwa alle jene, die nicht sofort Applaus spenden und in den Chor der Diskriminierungsgegner einstimmen, wenn Sklaverei, Kolonialismus, Eigentumsbildung oder andere historische Realitäten zum Gegenstand politischer Agitation gegen Familien, Firmen oder andere «Profiteure» dieser Entwicklung gemacht werden. Man soll doch Beifall klatschen, wenn Denkmäler verdienter Persönlichkeiten jener Zeit von Sockeln gerissen oder mit Farbe beschmiert werden? Eine eigentliche Moralismus-Pandemie greift immer mehr um sich und bedroht die freiheitliche Gesellschaft in ebenso gefährlicher Weise, wie es die COVID-Pandemie tut.

Wo ist die Auseinandersetzung mit den effektiven Problemen unserer Gegenwart? Wir sollten doch aufhören, uns um Scheinprobleme zu kümmern. Bezeichnungen wie Mohrenköpfe, Weissmehl, Wienerli, Schwarzkopf oder Negroni-Salami sind nicht die zentralen Zeitprobleme. Die eigentliche neue Gefahr der Gegenwart ist die grassierende Schwarmdummheit und Schwarmstummheit jener, die es nicht mehr wagen, sich gegen diese Pandemie der Diskriminierungsrhetorik, der Panikmacherei und der gedanklichen Gleichmacherei aufzulehnen. Panik, Angst, Irrationalität und Ausgrenzung waren aber schon immer die Feinde der Freiheit, des Fortschrittes und insbesondere des Eigentums.

Stemmen wir uns also auch gegen die aufgekommene Pandemie der Eigentumsfeindlichkeit. Stellen wir die Frage, wie trotz Krise und Staatsverschuldung die Wirtschaft und die Eigenverantwortung und das Eigentum wieder gestärkt werden. Fördern wir im politischen Diskurs auch im Kampf um das Eigentum die gescheiten Schwierigen, nicht die dummen Folgsamen.