• Mein Haus, mein Zuhause – Passend für jede Lebensphase – Leben in Prosa

Mein Haus, mein Zuhause – Passend für jede Lebensphase – Leben in Prosa

15.02.2019 Sarah Peter Vogt, intu consulting & coaching

Im St.Galler Rheintal, genauer in Au, wohnen die Prosaner. Dies ist kein Volk aus Mittelerde, es sind die Bewohner der Einfamilienhaus-Siedlung «Prosa». Entworfen vor 24 Jahren von zwei jungen Architekten, entpuppt sich dieser Wohnraum als ein Idyll in örtlicher, wohnlicher wie sozialer Hinsicht. Judith und Peter Roduner wohnen seit Beginn dort und ihre Begeisterung für ihr Haus und die Siedlung ist nicht abgeflaut.

Pioniercharakter für verdichtetes Wohnen
Wohnen in einer Siedlung? Für viele vielleicht auf den ersten Blick kein so attraktiver Gedanke. Für Judith und Peter Roduner (60 und 64 Jahre) war die Entscheidung für diese Wohnform nicht schwer. Sie wollten gerne gemeinschaftlich wohnen. zudem sollte es ein Holzhaus sein und sie hatten ein beschränktes Budget. All diese Kriterien erfüllte die Siedlung perfekt. Wer die Einfamilienhaussiedlung «Prosa» in Au besucht, kann sich vielleicht auch für verdichtetes Wohnen begeistern. Die sieben Doppel-Einfamilienhäuser sind auf geschickte Art angeordnet, so dass jede Partei ihre Privatsphäre geniessen kann. Kinderspielplatz, Erwachsenentreffpunkt und Carports werden gemeinsam genutzt und regen das soziale Leben in der Siedlung an. Wer Privatsphäre möchte, erhält diese in seinem Haus und dem eigenen Garten. Den Häusern stehen jeweils ein- geschossige Backsteinschuppen gegenüber: Zur Eingangsseite dienen sie als Fahrradunterstände, zur Gartenseite sind es Pergolas, die den Garten abschliessen. Diese ausgeklügelte Setzung schafft einen vor Blicken geschützten Wohnraum, aussen wie innen. Bis auf den betonierten Keller bestehen alle Häuser aus Holz. Eine Pioniertat der damals noch jungen Architekten Marco Köppel und Carlos Martinez. Es waren einst die ersten ganz aus Holz gefertigten Doppelhäuser der Schweiz. Um die Kosten zu senken, wurden sie in Elementbau vorgefertigt. Peter Roduner, der als Primarlehrer arbeitet, erzählt begeistert, wie sie damals vor 24 Jahren mit den Architekten und ihren zukünftigen Nachbarn zum Zimmermann in den Bregenzerwald gefahren und «ihre» Holzelemente bestaunt hätten. «Wir konnten miterleben, wie sie produziert werden. Das war ein Riesenerlebnis und hat unsere Vorfreude auf das Haus nochmals vergrössert», meint Peter Roduner.

Individuell und mitwachsend
Die Siedlung besticht durch ihren eigenen Charakter. Äusserlich identische Doppelholzhäuser mit Pultdächern, deren Silhouetten dem Kamm eines Hahns gleichen, Backstein-Elemente und -Schuppen als Trennungen und die verschieden farbigen Storen sind vielleicht die offensichtlichsten Charaktermerkmale. Hinter den einheitlichen Hüllen findet man eine grosse räumliche Vielfalt. «Die Planung der Häuser erfolgte in enger Zusammenarbeit mit uns und den anderen Bauherren», meint Peter Roduner. Einzig die Treppen seien in allen Häusern gleich, sonst sehe innen kein Haus wie das andere aus. Judith Roduner schwärmt vom Zusammenhalt in der Siedlung. Man sei füreinander da, man geniesse das Miteinander. So gäbe es drei bis vier gemeinsame Abende im Jahr, man unterhalte eine «Chat», um Informationen elektronisch auszutauschen oder einfach zu fragen, bei wem man ein fehlendes Ei zum Kochen holen könne. Zweimal im Jahr würden alle zusammen die gemeinsamen Gartenflächen pflegen, so spare man sich den Gärtner. «Die Siedlung bietet für jede Lebensphase Vorteile. Mit Familie ist es ein perfekter Ort, da es viele Kinder hat und man immer weiss, wo sie sich herumtreiben. Jetzt wo wir älter werden, geniessen wir den freundschaftlichen Austausch umso mehr und sind dankbar, dass wir bei unsere Nachbarn jederzeit Unterstützung erfahren. Diese Siedlung wächst irgendwie mit den Prosaner-Bedürfnissen mit», meint Judith Roduner schmunzelnd.

Factbox

Architekt
Köppel & Martinez, Widnau

Bauingenieur
Georges Hutter, Diepoldsau

Generalunternehmung
Sonnenbau AG, Diepoldsau

Baukosten (BKP 1-9)
CHF 510 000.– bis 540 000.– pro Hausteil (1995)

Baujahr
1995

Wohnnutzfläche
ca. 180 m2

Bauweise
Wandaufbau: 27 mm Dreischichtplatte aus Lärche, 40 mm Hinterlüftung, 140 mm Mineralwolldämmung, 18 mm Fermacellplatte

Ausführung
Baumeisterarbeiten: Huag AG, Diepoldsau Zimmerarbeiten: Kauffmann Bausysteme GmbH, A-Reute Fenster in Holz: Kauffmann Bausysteme GmbH, A-Reute Dachdeckerarbeiten: Nüesch, Balgach Spenglerarbeiten: Forster AG, Berneck Elektroinstallationen: Elektro Zoller AG, Au Heizungs-/Sanitärinstallationen: HWT, Au